Volkssagen aus Stadt und Kreis Bütow in Pommern.  Gesammelt von Walter Keller. Bütow 1920.
Nachdruck: Unvergessene Heimat, Nr.6. Frankenberg 1969. - Sagen aus der Stadt - Nr.14 S.8  


Die verzauberten Müllerstöchter

In früherer Zeit gehörte die Jungfernmühle einem Müller, der mit irdischen Gütern reich gesegnet war, Seine drei Töchter führten ihm die Wirtschaft. Man erzählt, daß diese ihren Vater ermordet hätten, weil sie von ihm nicht die Einwilligung zum Heiraten erhielten. Andere sagen, die Töchter seien mit dem Vater in einen Streit geraten und hätten ihn, als er schlief, in den tiefen, morastigen Mühlenteich gestürzt. Wegen dieses Frevels wurden die drei Töchter von einem Zauberer, der das Böse haßte, in drei Berge gebannt, welche das Jungferntal und die Mühle in Form eines Dreiecks umgeben. Als Bedingung ihrer Erlösung wurde folgendes bestimmt: Ein junger Mann soll es freiwillig unternehmen, in der Nacht, in welcher der Mord geschah, dreimal um jeden Berg zu laufen. Oft soll man dort um Mitternacht laute anfeuernde Rufe vernehmen, aber sobald es ein Uhr schlägt, ertönt ein lautes Wehegeschrei und drei Schattengestalten verschwinden in drei Bergen, um dort den Tag ihrer Erlösung zu erwarten.

(Knoop)


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