Volkssagen aus Stadt und Kreis Bütow in Pommern.  Gesammelt von Walter Keller. Bütow 1920.
Nachdruck: Unvergessene Heimat, Nr.6. Frankenberg 1969. - Sagen aus der Stadt - Nr.25 S.14  


Geldluttern in Bütow

In vielen Fällen verscharren die Geizhälse ihr Geld im Garten, besonders in der Nähe des Backofens oder auf dem Feld am Ackerrain oder im Walde an einer Baumwurzel. Hier muß es dann alle 7 Jahre einmal vom Teufel geläutert und vom Rost gereinigt werden und zwar um Mitternacht. Einst stand das Dienstmädchen eines reichen Geizhalses in Bütow um Mitternacht auf und wollte Kaffee kochen, da sie meinte, es wäre schon Morgen. Lange versuchte sie vergeblich, Feuer anzumachen. Da erblickte sie durchs Fenster im hellen Mondenschein ein großes bläulich schimmerndes Feuer beim Backofen. Dabei stand ein riesiger schwarzer Mann, der mit einer großen Schaufel darin hantierte. Sie wußte nicht, daß es der Teufel war, der das Geld reinigte und ging hin und bat den Mann um Kohlen, erhielt auch welche. Als sie diese jedoch auf den Herd warf, waren sie erloschen. Zum zweiten und dritten Mal ging sie hin und erhielt die gewünschten Kohlen. Beim letzten, Male sagte der Schwarze, sie solle nicht wieder kommen, sonst würde es ihr schlecht gehen. Sie hatte ihren Irrtum erkannt und legte sich wieder schlafen, verschlief aber am nächsten Morgen die Zeit. Als da nun die Hausfrau in die Küche kam, fand sie auf dem Herd statt der Kohlen eine große Menge Goldstücke, die sie behielt. Auch das Mädchen hat nachher noch einige gefunden.

(Knoop)


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