Volkssagen aus Stadt und Kreis Bütow in Pommern.  Gesammelt von Walter Keller. Bütow 1920.
Nachdruck: Unvergessene Heimat, Nr.6. Frankenberg 1969. - Sagen aus dem Kreise - Nr.55 S.28  


Die verdorrte Hand

Auf dem Kirchhof zu Jassen steht eine sehr alte Kiefer. Ihr Gipfel ist vertrocknet und trägt fünf Spitzen, ähnlich den fünf Fingern einer Hand. Es wird erzählt, diese Kiefer sei auf das Grab eines Sohnes gepflanzt worden, der seinen Vater geschlagen habe, und zur Strafe sei die Hand des Kindes, die sofort steif und starr blieb, durch den Sarg aus dein Grabe gewachsen. Die fünf verdorrten Zweige der Kiefer sollen die Finger der verdorrten Hand darstellen. Man erzählt auch, daß die Kiefer, sobald sie angeschnitten wurde, geblutet habe, doch geschieht das jetzt nicht mehr, da sie durch das viele Anschneiden bereits des Blutes beraubt ist.

(Knoop)


Bereitgestellt von:
Studienstelle Ostdeutsche Genealogie (insbes. Pommern und Pommerellen) der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund
In Verbindung mit dem Heimatkreis Bütow

                         E-mail: arrendator@kreis-buetow.studienstelleog.de
                         web-site: http://www.buetow-pommern.info
                         © Klaus-Dieter Kreplin, zum Nordhang 5, D-58313 Herdecke 2003