Studienstelle Ostdeutsche Genealogie
(insbes. Pommern und Pommerellen)
der vorm. Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund
Leiter:
Klaus-Dieter Kreplin, zum Nordhang 5, D-58313 Herdecke
E-mail: kdkreplin@studienstelleog.de


Projekt:

Die Bevölkerung des Kreises Bütow in Pommern
Herkunft – Entwicklung – Verbleib
Eine Dokumentation
(Beschreibung, Stand 1.5.2002)



Das Projekt

Ziel des Projektes ist es, eine Dokumentation über die Entwicklung der Bevölkerung des historischen Kreises Bütow in Pommern zu erstellen. Sie ergänzt und erweitert dabei die beiden grundlegenden Arbeiten von Cramer (1858) und Bronisch/Ohle/Teichmüller (1939). Dabei ist einerseits vorgesehen, soweit möglich eine Dokumentation der Bevölkerung durchzuführen in Form von Personennachweisen und Familiendokumentation, andererseits hieraus und aus verfügbaren weiteren Angaben Ergebnisse im Sinne einer Historischen Demographie im weiteren Sinne und der Migrationsforschung zusammenzustellen. Damit sind die Ergebnisse einerseits für den Heimat- und Familienforscher von Bedeutung, andererseits werden für den Historiker die quantitativen Aussagen und die Ergebnisse zur Kolonisationsforschung und zum Verhältnis der Bevölkerung im deutsch-slavischen Grenzgebiet von Wichtigkeit sein.

Kern der Darstellung ist eine Dokumentation der jeweils in den Kreisgrenzen wohnenden Bevölkerung über die Jahrhunderte, ihrer Namen wie auch Angaben über die quantitative Zusammensetzung und Migration. Darüber hinaus liegt ein besonderes Augenmerk auf der Änderung der Bevölkerung: Waren es bodenständige Familien und wie haben sie sich verbreitet? Wie lange finden sie sich in Stadt und Kreis: Woher kamen die Zuwanderer, wohin gingen die Abwanderer und wie viele waren es? Was geschah mit der Anfang 1945 dort wohnenden Bevölkerung und wo blieb sie? Von besonderem Interesse sollte ein Vergleich der Auswirkungen der verschiedenen Kriege und Seuchen auf die Entwicklung der Bevölkerung sein. In einem Anhang werden ergänzende Angaben und Dokumente zur historischen Entwicklung von Stadt und Kreis beigegeben. Von besonderem Interesse ist hierbei die Ergänzung des Cramerschen Urkundenbuches durch später veröffentlichte und teilweise neu aufgefundene Urkunden.

Die Quellenlage zur Bearbeitung ist gekennzeichnet durch den großen Verlust von Materialien hinsichtlich der Stadt Bütow. Nachdem bereits bei den Stadtbränden m 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts die älteren Urkunden und Archivalien vernichtet wurden ist der verbleibende Teil des Bütower Stadtarchivs 1945 verbrannt. Hinzu kommt, daß auch die evangelischen Kirchenbücher die Stadt Bütow betreffend als Kriegs- und Nachkriegsverlust zu verbuchen sind. Glücklicherweise wurde einige Bestände Bütower Archivalien vor 1945 an das ehemaliger Stettiner Staatsarchiv abgegeben worden und sind heute in den Nachfolgearche in Polen und Deutschland verfügbar. Ebenfalls erhalten sind diverse Amtsgerichtsbestände. Für die Dörfer des Kreises ist die Situation etwas besser, hier liegen – mit Ausnahmen – zumindest Kirchenbücher bzw. ihre Duplikate vor. In den staatlichen Archiven gibt es weiteres Material, so zur Kolonisation des 17. Jahrhunderts und zur Einwohnerschaft 1945 und ihres Verbleibs. Insgesamt läßt sich feststellen, daß – wenn auch mit Lücken – eine Bearbeitung praktikabel erscheint, wie auch die bisherigen Vorarbeiten zeigen. Die dringendsten Arbeiten bestehen darin, von noch lebenden Augenzeugen Nachrichten zu sammeln und vorhandene Urkunden (insbesondere Ahnenpässe) in Kopie oder Original zu sichern, wobei hinsichtlich der Publikation den Bedingungen des Datenschutzes Rechnung zu tragen ist.


Zur Bearbeitung und Publikation. Stand der Bearbeitung (6.2001).

Eine derart umfangreiche und zeitaufwendige Arbeit kann nicht auf eine Schlag erfolgen. Vielmehr ist eine Stückweise Bearbeitung vorgesehen bzw. erfolgt bereits. Der vorgesehene Aufbau ist unten dargestellt. Ebenso ist nicht an eine herkömmliche Form der Publikation der Ergebnisse als abgeschlossene(s) Buch bzw. Buchreihe vorgesehen. Vielmehr werden bereits Teil- und Zwischenergebnisse veröffentlicht, die später überarbeitet und ergänzt werden. So lassen sich bereits frühzeitig Teilergebnisse zugänglich machen. Als Veröffentlichungsform ist einerseits ein Druck in Kleinauflage (z.B. in Form von "print-on-demand"), andererseits als Internet-Publikation vorgesehen. Soweit Materialien noch dem Datenschutz unterliegen werden diese Teile nicht öffentlich zugänglich gemacht, sondern ihre Nutzung entsprechend den jeweiligen Vorschriften eingeschränkt.

Bereits weitgehend zusammengestellt sind gedruckte Materialien – mit Ausname von Zeitungen – für den gesamten Zeitraum. Neues Material wird kontinuierlich eingearbeitet. Die Erfassung und Einarbeitung von unpubliziertem Material, insbesondere aus Archiven und Privatbesitz, erfolgt seit 1999. Weitgehend fertiggestellt sind dabei die Erfassung von

Derzeit wird daran gearbeitet, diese Angaben in eine publikationsfähige Form zu bringen.

Begonnen wurde mit der Bearbeitung von Archivmaterial der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und der Zusammenstellung der Bütower Bevölkerung Anfang 1945 und ihres Schicksals.

Die Arbeiten werden von verschiedenen Bearbeitern durchgeführt. Für die einzelnen Dörfer des Kreises sind teils Bearbeiter vorhanden, teils werden solche gesucht. Eine Zusammenarbeit erfolgt derzeit besonders mit der Bütower Heimatstube Frankenberg.

Parallel erfolgt eine Übertragung von relevanten Aufsätzen und anderem gedrucktem Material in eine elektronische Form. Hierzu gehört auch die Erstellung eines Registers zu den heimatkundlichen Teilen des Bütower Schloßkalenders. Ein Teil dieser Unterlagen ist bereits über das Internet verfügbar (Einstieg derzeit über: http://buetow-pommern.info). Weitere Teile folgen nach und nach.




Aufbau:
    1. Allgemeiner Teil

    2. 1.1 Zur politischen und Verwaltungs-Geschichte des Kreises
      1.2 Wirtschaftliche und soziale Verhältnisse und ihre Entwicklung
      1.3 Der kaschubische Bevölkerungsteil
      1.4 Zur Namenkunde und Sprache
    3. Die Bevölkerung: Eine Dokumentation

    4. 2.1 Die Stadt Bütow und ihre Einwohner
      2.2 Die Gemeinden des Kreises und ihre Einwohner
    5. Änderungen nach 1945
    6. Resumé und Ausblick
    7. Anhang

    8. A.1 Quellen 1_2_3_*
      A.2 Urkunden ("Neues Bütower Urkundenbuch") 4_*
      A.3 Literatur 5_6_7_8_*
      A.4 Bütow auf gedruckten Karten des 16.-18.Jahrhunderts – Eine Dokumentation von Kartenirrtümern
      A.5 Abbildungen *
      A.6 Berichte *

Die einzelnen thematischen Abschnitte:
    1. Die bodenständige Bevölkerung (einschließlich Binnenwanderung)
    2. Die Zuwanderer und ihre Herkunft (einschließlich zeitweiser Bewohner: Beamte, Militär, ...) 6
    3. Die Abwanderer und ihr Verbleib (einschließlich Studenten, Auswanderer und Flüchtlinge)

Die einzelnen zeitlichen Abschnitte:
  1. E. Winguth, Quellen des Kreises Bütow im Stettiner Archiv
  2. Winguth/Kreplin/Porada/Schleinert, Verzeichnung der nichtstaatlichen Archive des Kreises Bütow nach dem Stand von 1939/40
  3. Kreplin, Familienforschung im Kreis Bütow
  4. Mitteilungenaus dem Genealogischen Archiv Kreplin
  5. Urkunden (Cramer)
  6. Mitteilung Nr. 15
  7. Materialien Pommern
  8. Die Kantoneder Provinz Pommern
  9. Unsere Heimat

Vorgänger:

Bereits im Jahre 1989 wurde an einem Vorgänger für die Jahre bis 1819 gearbeitet und eine erste Version unter dem Namen "Materialien zur Bevölkerungskunde. Kreis Bütow in Pommern. Ältere Zeit" zusammengestellt. Eine Version davon als pdf-Datei kann durch Klicken auf den Titel erhalten (2.5 MB)




                   E-mail: kdkreplin@studienstelleog.de web-site:http://www.buetow-pommern.info
                    © Klaus-Dieter Kreplin, zum Nordhang 5, D-58313 Herdecke 2001